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MS Golden Princess Bewertung für Golden Princess schreiben
Schiffstyp: Hochseeschiff
Reederei: Princess
Baujahr: 2001
Tonnage: 109.000
Passagiere: 2.600
Bordsprache: englisch
Besonderes: elegant, leger, vielseitig
 

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Schiffskritik
Gesamtbewertung Golden Princess
Bewertung 5 von 5
 

Tolle Reise - weniger tolles Schiff

Diese Schiffsbewertung:
Datum: veröffentlicht am 13.02.2014
Autor: Rodrigo, Berlin
Schiff: Golden Princess
Kreuzfahrt:Südamerika, Kap Hoorn, Januar 2014
Kurzbewertung:
schlechtschlechter   bessergut
Schiffszustand    60
Service    80
Gastronomie    80
Kabinen    60
Unterhaltung/Freizeit    50
Landausflüge    40
Hygiene    80
Bord-Nebenkosten    20
Preis/Leistung    40
Kategorie
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Punkte
57/100
Weiterempfehlung
ja
Kommentar: Reise von Valparaiso nach Buenos Aires vom 18.01. - 01.02.2014

Die Route:

Die Route führte ab Valparaiso zunächst nach Puerto Montt (Besichtigungsmöglichkeit des Siedlungsgebietes der dt. Einwanderer bei Puerto Varas und Frutillar etc.), östlich vorbei an der Insel Chiloé, aufs offene Meer, nachts Kreuzen bis in die Höhe des Nationalparkes O’Higgins und (früh morgens) Aufkreuzen vor dem Amalia-Gletscher, weiter durch das Inselgewirr auf die offene See und Einfahrt in die Magellan-Strasse beim Leuchtturm Bahia Felix. Punta Arenas (Besichtigungsmöglichkeit Pinguin-Kolonien, Schafzucht, Landschaft…), weiter nach Südwesten und Einfahrt in den Beagle-Kanal. Ushuaia (Stadtbesichtigung, Umgebung, Tierwelt …), von dort mit kurzem Stopp vor Puerto Williams (die Chilenen kontrollieren das Kap Hoorn und verlangen eine detaillierte Meldung aller Schiffe) weiter und morgendliche Umrundung der Insel Kap Hoorn (Isla Hornos), vorbei an Leuchtturm und Albatros-Denkmal bei schwacher Sicht. Weiter Richtung Falkland-Inseln, Besuch Port Stanley ganz im Osten (Pinguin-Kolonien, Stadtbesichtigung, Battle-Fields…). Der Hafen Puerto Madryn (Pinguin-Kolonien, Seelöwen, Vögel) wurde wegen eines Streiks der von der Regierung entlassenen Fischer gestrichen, Weiterfahrt mit 2 Seetagen nach Montevideo, dort ungeplante Übernachtung (Stadtbesichtigung, Ausflüge nähere Umgebung, Weinbau …), weiter nachmittags nach Buenos Aires, Dümpeln im Rio de la Plata, 15 Std. für 125 nm !

Die Route ist eigentlich gut gewählt, aber verbesserungsfähig. So hätte man sich das "Wieder-auf-See-Fahren“ sparen und zwischen Puerto Montt, Punta Arenas und Ushuaia durch die Inselwelt fahren können, was technisch möglich ist und von anderen Kreuzfahrern auch so gemacht wird. Nur ein großer Gletscher war etwas dürftig ! Auch das Rio de la Plata-Dümpeln hätte man durch einen Punta del Este Besuch ersetzen können – Celebrity Infinity tut das z.B.. Besser wäre auch das Anfahren zuerst des Kaps, Ushuaia, dann komplett durch die Magellan-Strasse (mit Punta Arenas) und weiter zu den Falklands gewesen, so wie es z.B. die Zaandam macht.

Fazit: Alles in allem ist die gefahrene Route sehr beeindruckend und interessant.

Das Schiff:

Das 2001 bei Fincantieri gebaute Schiff ist in gutem Zustand und weitgehend rostfrei. Die Aufteilung der Decks erscheint logisch; die drei Restaurants sind etwas zu niedrig gebaut; die Geräuschdämmung ist knapp ausreichend, Vibrationen gab es keine. – Bei der Fahrt um das Kap merkte man schon, dass dieses Schiff eigentlich für Schönwetter-Fahrten in Mittelmeer & Karibik konzipiert ist. – Eine optische Bausünde und ein Fahrtverlangsamer (und im Übrigen auch umsatzmäßig ein Flop) ist der Skywalker-Nachtclub, der sich – verbunden mit einem Laufband - im 17. und 18. Deck Aft befindet. Bei windigem Wetter wackelt hier alles. Andere Princess-Schiffe haben das Monstrum schon abgebaut. Pools sind reichlich vorhanden.

Fazit: Gut

Die Kabinen:

Wir beurteilen 2 Balkonkabinen und eine Innenkabine auf Deck 8. Alles war sauber, klein aber ausreichend, auch der Stauraum, der Balkon mit zwei Klappsesseln und Tisch gut ausgerüstet und groß genug. Das Bad ist klein, aber OK, die Klimatisierung klappt gut, die Schiebetür lässt sich auch bei heftigem Wetter bedienen. – Ein Bett war durchgelegen, aber noch akzeptabel. Die Reinigung der Kabinen war diskret und gründlich. Die vorderen Kabinen auf Deck 8 liegen über dem Princess-Theater und an der Crew-Bar, so dass es zu Lärmbelästigungen kam, die aber gegen Mitternacht aufhörten. Außerdem führt der Jogging-Rundkurs baubedingt ½ Deck drunter an den Außenkabinen vorbei, so dass man immer "Zaungäste“ hat, wenn man den Balkon genießt.

Fazit: Befriedigend

Die Passagiere:

Von den rund 2.500 Passagieren waren (so eine Auskunft) ca. 1.200 (ausschließlich) Englisch-sprachig, ca. 1.000 sprachen Spanisch oder Portugiesisch/Brasilianisch, der Rest Deutsch (ca. 200) und andere Sprachen. Die Ansagen wurden in Englisch, meist auch noch in Spanisch und Brasilianisch, gemacht. Es fiel auf, dass sich die Amerikaner und Latinos oft nicht einmal ansatzweise in einer anderen Sprache verständigen konnten, die Besatzung fing das weitgehend auf – allerdings kam es für die Latinos an der Rezeption regelmäßig zu "Staus“.

Der Altersdurchschnitt war sehr hoch (geschätzt über 70 J.), trotz Sommerferien im südlichen Lateinamerika waren so gut wie keine Kinder und Jugendliche an Bord – die Betreuungseinrichtungen "drehten Däumchen“. Auffallend war der Anteil alleinreisender, oft stark übergewichtiger Amerikanerinnen, die sich oft nur auf dem Schiff (Lieblingsort: Casino) aufhielten. Auch wenn man nicht die "Schönen & Reichen“ an Bord erwartet hatte, wurde man in Gesprächen bei vielen Mitreisenden wegen derer beschränkter Sicht auf die Welt deutlich desillusioniert.

Fazit: Enttäuschend

Das Essen und die Restaurants:

Gegessen wurde im "traditionellen“ Restaurant Canaletto (2 feste Tischzeiten, gleicher Tisch, gleiche Tischgenossen), im Bennini (nur abends) und im Donatello – das Angebot war gleich und rotierte. Das Essen hatte eine hohe Qualität, war frisch, optisch nett präsentiert und lecker. Der Service war sehr gut.

Dem gegenüber fiel die Qualität im Selbstbedienungsrestaurant Horizon stark ab. Das Angebot war beschränkt, zum Frühstück wurden vor allem Eierspeisen und "Süßes“ angeboten, nur wenig Käse und Wurst, selten Graubrot, nicht einmal durchgehend Lachs für den "Lox“. Das Gedränge vor der Selbstbedienung mit ihren ungünstig konstruierten Buffets (das Hereingreifen war ein Gymnastikakt) war oft beträchtlich. Serviert wurde auf Plastiktellern, getrunken aus Plastikbechern, der Kaffee war die übliche US-Plörre. Wegen Überfüllung musste man oft auf die Schwimmbadbereiche und die dortigen Tische ausweichen, wo die Frühstückstemperatur oft nur bei 13 oder 15°C lag und man behandschuhte Brasilianer bewundern konnte.

Daneben gab es drei Zuzahler-Restaurants (25 U$ p.P.), die wir nicht beurteilen können, eine gute Pizza- und Bratstation und das 24-Std-International Cafè, das sehr passabel war – wenn es hier nicht ständig verbrannt gerochen hätte. Ein echter Geheimtipp sind die leckeren Gratis-Sashimis und Sushis, die man zu jedem Glas Wein in der Wine-Bar ordern kann.

Fazit: Überraschend gut


Preise an Bord:

Die Wein- und Spirituosenpreise an Bord sind angemessen, Wein bekommt man für 5,- bis 7,- € pro Glas, gute Flacheinweine um die 25,- €, allerdings ist das Angebot hoffnungslos US-lastig, während man an chilenischen, uruguayischen und argentinischen Weinregionen vorbeifährt. Deutscher Wein ist rudimentär vorhanden, aber … nur für echte Fans. Cocktails kosten um die 8,- US$. Es gibt ein (unübersichtliches) Weinpaket für verschiedene Kategorien, das offensichtlich zu Gunsten der Reederei kalkuliert ist, ebenso ein Softdrink-Paket für Jugendliche (4,50 US$ pro Tag), das von uns gekauft, aber nie voll ausgekostet wurde, außerdem seltsame Tee- und Kaffee-Pakete. Man hat den sicheren Eindruck, dass jede noch so kleine Geschäftsmöglichkeit durch die Reederei genutzt wurde.

Sehr hoch sind die Spa-Kosten. Eine Relax-Sitzung von 75 Minuten wurde im Angebot für 139,- UA$ angepriesen. Normalpreis 199,- US$. Unverschämt hoch sind die Internetkosten. Der Minutenpreis beträgt 0,79 US$ (plus Einmal-Aktivierung 3,95 US$), 100 Minuten kosten 69,- US$, 600 Minuten 199,- US$. Mobiltelefon-Kosten sind ähnlich unerquicklich. – Erstaunlich hoch auch die Preise für die Werke der Bordfotografen, unter 20,- US$ ging gar nichts.

Ein für Europäer fortdauernder Unsinn ist die Trinkgeld-Politik. Es ist unehrlich und unseriös, Kreuzfahrt-Preise zu veröffentlichen, denen dann ein faktisches Zwangstrinkgeld pro Tag und Passagier zuaddiert wird. Es ist unseriös, auf Konsumrechnungen an Bord automatisch 15% Trinkgeld aufzuschlagen und zusätzlich eine Spalte "Gratitud“ aufzuführen und auf deren Ausfüllen zu hoffen. Es ist unsozial, die Mannschaft (vor allem die vielen Philippinos) so zu bezahlen, dass sie auf zusätzliche Trinkgelder angewiesen sind und darum betteln. Wer das beschönigend "US-Bezahlkultur“ nennt, hat eine verquere Auffassung von anständigem Geschäftsgebaren.

Fazit: Erstaunlich bis unverschämt und unsozial


Informationen an Bord:

Die Informationen von der Brücke waren dürftig, das Programm über Kabinen-TV lächerlich. Da wurden z.B. fortlaufend die Schwimmbadtemperaturen angegeben, auch wenn kein Wasser mehr in den Becken war, dafür konnte man auf der Seekarte so gut wie nichts erkennen und wurde von fortlaufenden Sicherheitshinweisen (nur in Englisch) genervt. Die Bordzeitung "Princess Pattern“ ist unübersichtlich, enthält nicht einmal die Rufnummern für Notfälle und der Rezeption, und ist wenig informativ. Täglich verteilte Zusatzinfos der deutschen Reiseleitung waren da sehr hilfreich ! Auch neigt man dazu, unter der Überschrift "For your comfort and safety“ alle möglichen Ungereimtheiten zu verstecken bzw. nicht zu erklären. Da wir in den beiden Hauptsprachen zuhause sind, gilt das nicht für uns, aber für viele an Bord: Eine große Anzahl hatte Versteh- und Orientierungsprobleme.

Es hätte auch zur Ehrlichkeit gehört, im Reiseprogramm vorab auf das vorherrschende Ausbooten hinzuweisen, das nämlich kostet viel Zeit, die man vielleicht für selbst organisierte Ausflüge eingeplant hatte.

Fazit: Verbesserungsbedürftig

Das Unterhaltungsprogramm:

… war von sehr unterschiedlicher Qualität. Tollen Tanz- und Gesangsleistungen des Bord-Ensembles standen flache Darbietungen von Nachahmungskünstlern gegenüber. Nervend waren die abgestandenen, niveaulosen Witze des Kreuzfahrtdirektors und dessen downturnende Moderierung.

Positiv: Die Tango-Vorführungen und die Musikdarbietungen am "weißen Flügel“ auf Deck 7 – da drängelten sich die Leute. Positiv auch die sehr informativen, nie langweiligen Lektor-Vorträge über Land und Leute (Mr. Joe May).

Ruhe an den Schwimmbädern war nur selten zu finden, es liefen immer Filme auf Großleinwand oder es wurde geräuschvoll animiert – aber das war offensichtlich nach dem Geschmack der Mehrheit.

Zur Unterhaltung gehört auch das riesig dimensionierte Casino, in dem sich meist vereinsamte Passagiere (vor allem Frauen) vor einarmigen Banditen und ihren elektronischen Klons verlustierten – Stumpfsinn pur. Baccara und Roulette gab es natürlich auch. – Anders als bei anderen Reedereien wurden die Gewinne des Abends (die ja zumindest in ähnlicher Höhe Gewinne der Reederei sind) nicht veröffentlich. – Einzelne Gerätetypen hätten auch auf eine Kirmess gepasst ! Zur "Unterhaltung“ gehörten auch Verkaufsprogramme, und die waren unter allem Niveau. Da wurden ganze Restaurants für den Abverkauf von Textil-Ramschware freigemacht, Goldkettchen als Meterware angepriesen und "Kunstwerke“ für einen Bruchteil des angeblichen Marktwertes versteigert. Das hatte Kaffee-Fahrt-Niveau der untersten Sohle.

Fazit: Mal so, mal so, aber oft mit schalem Nachgeschmack

Die Ausflüge:

Das Wichtigste: Die Ausflüge sind extrem überteuert, was aber von den meisten Passagieren, die sich überhaupt nicht in einer fremden Kultur zurechtfinden, klaglos hingenommen wird. Der Antarktis-Tagesausflug für 2.999,- US$ und der Paine-Nationalpark-Trip für 899,- US$ fanden nicht genug Interessenten, aber z.B. die City-Tour in Punta Arenas für 55,- US$, die man selbst als Gehbehinderter gut allein machen kann, oder die Pinguin-Tour für 75,- US$ p.P. (Taxitour für 5 Personen dagegen 140,- US$) fanden viel Zuspruch. In allen Häfen standen genug lokale Anbieter für Touren zur Verfügung, bei denen man nur 20 bis 30% des Princess-Preises für die gleiche Tour zahlte – aber die Fahrer sprachen nur Spanisch. Nur auf den Falklands (12 Taxen im Lande !) galt das nicht.

Fazit: Unverschämt, deshalb möglichst selbst organisieren und Geld sparen !

Die Organisation:

Für Europäer ist eine sich bildende Schlange ein Zeichen organisatorischer Unfähigkeit, für US-Bürger gehört sie zum natürlichen Tagesablauf. Und Schlangen hatten wir genug: An der Rezeption, am Ausflugsschalter, beim Ein- und Ausbooten, am Eingang der Restaurants usw.. Vieles ist da hausgemacht: Wenn man 8 Landungsboote hat und nur 4 einsetzt, wenn zwei Ausboote-Plattformen bereitstehen, aber nur eine genutzt wird, wenn die Sicherheitskontrolle 4 Zugangserfassungsgeräte besitzt, aber nur eines nutzt, wenn zu wenig Rezeptionspersonal mit der richtigen Sprache (Spanisch !) zur Verfügung steht, wenn die Aufzüge erkennbar schlecht programmiert sind … dann bilden sich natürlich Schlangen. Ein besonders drastisches Beispiel erlebten wir am letzten Tag, als die Anzahl der Flughafen-Transfer-Passagiere nicht mit den bereitstehenden Bus-Sitzplätzen harmonisierte. Das Palaver hat eine Stunde gedauert, erst dann ging es los. Auch an der energischen Einwirkung auf das Hafenpersonal hat es gefehlt: Da waren Türen nur halb geöffnet, es fehlten klare Hinweise, Leute irrten herum, die Sicherheitsschleusen waren nur zum geringen Teil in Betrieb – das Negativ-Beispiel war hier Buenos Aires.

Fazit: Organisatorisch unterbelichtet


GESAMTFAZIT: Wer in diese Weltgegend will, muß wohl so manche Unzulänglichkeit in Kauf nehmen. Wir werden die Fahrt in insgesamt sehr guter Erinnerung behalten. Höhepunkte waren für uns vor allem Stanley und Montevideo – und natürlich der Gletscher und Kap Hoorn.

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