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MS Zuiderdam Bewertung für Zuiderdam schreiben
Schiffstyp: Hochseeschiff
Reederei: HAL
Baujahr: 2002
Tonnage: 82.305
Passagiere: 1.916
Bordsprache: englisch
Besonderes: Klassischer Luxusliner

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Schiffskritik
Gesamtbewertung Zuiderdam
Bewertung 3 von 3
 

Trotz allem nicht begeistert

Diese Schiffsbewertung:
Datum: veröffentlicht am 28.09.2015
Autor: Bernd Michael Beck
Schiff: Zuiderdam
Kreuzfahrt:Adria ab Civitavecchia, 24.08. - 04.09.2015
Kurzbewertung:
schlechtschlechter   bessergut
Schiffszustand    60
Service    100
Gastronomie    100
Kabinen    80
Unterhaltung/Freizeit    20
Landausflüge    50
Hygiene    100
Bord-Nebenkosten    20
Preis/Leistung    60
Kategorie
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Punkte
66/100
Weiterempfehlung
nein
Kommentar: Unsere jüngste Erfahrung mit der Holland America Lines (HAL) ist zwiespältig. Die Atmosphäre auf dem Schiff ist völlig entspannt. Man wird begleitet von stets gut gelauntem und äusserst aufmerksamem Personal (ohne Show-Effekte). Dies auch an der Reception und im Ausflugsbüro. Der gute Service begann mit dem Einchecken in Civitavecchia. Nach dem Verlassen des dortigen Hafen-Shuttles marschierten wir praktisch ohne grosse Warterei durch bis in die Kabine. Die Bordkarten lagen griffbereit am Schalter parat.

Der tolle Service endete in Venedig mit dem Auschecken. Bis 2 Uhr nachts mussten die Koffer vor der Türe stehen. Es gab drei Zeitfenster zum Aussteigen zur vorherigen Auswahl. 7 bis 8, 8 bis 9 und 9 bis 10 Uhr. Entsprechend waren die Koffer in der Kofferhalle platziert. Wir hatten 9 bis 10 Uhr gewählt. Das Handgepäck blieb in der Kabine. Das Frühstück wurde überall uneingeschränkt serviert. Es gab keine Schlangen (weil alle raus oder zu ihren Sammelplätzen drängeln mussten). Wir schliefen bis kurz vor 8 Uhr. Nach dem ausgiebigen und vollumfänglich erhältlichen Frühstück — auf anderen Schiffen ist das überhaupt nicht selbstverständlich — setzten wir uns auf den Balkon und beobachteten das Einlaufen von mehreren Schiffen. Gegen 9 Uhr packten wir unser Handgepäck und die Jacken und marschierten ungehindert zu den Koffern in der Halle, ergriffen sie und erreichten bequem unser Boot von Alilaguna, das kurz vor 9.30 Uhr abfuhr. Alles lief ohne Schlangen und Gedränge und ohne dauernde und nervende Lautsprecherbefehle ab. 

Weil es sich bei HAL ja um Premium-Schiffe handelt, könnte man glauben, dass der Betrieb vielleicht besonders vornehm/steif verläuft. Im Gegenteil. Das Publikum war zwar immer anständig, aber locker gekleidet. Tagsüber ohnehin. Immer Hemd und Hose am Abend. An den beiden Gala-Abenden sah man weniger Smokings und Abendkleider als vergleichsweise bei Costa. Auch wir schlossen uns gerne dieser "Mode“ an. Ausser uns waren kaum Deutschsprachige an Bord (keine Holländer und Franzosen, wenige Italiener). Drucksachen, Speisekarten und Ansprechpartner in Deutsch vorhanden.

Alles in allem fühlten wir uns sehr wohl, auch wenn es auf dem Schiff nichts Spektakuläres zu bestaunen gab. Die eleganten öffentlichen Räumlickkeiten waren im Mai renoviert worden (3 Wochen bei Fincantieri in Palermo). Gemäss einiger Kritiken im Internet war das aber auch nötig. Das Schiff fährt immerhin bereits seit rund 13 Jahren. Bestechend empfanden wir den praktisch uneingeschränkten Platz, der uns überall zur Verfügung stand. Auch die Bäder sind dank der Badewannen grösser als üblich. Ebenso die Balkone. Die selben, alle bei Fincantieri in Italien an verschiedenen Orten gebauten Schiffstypen, fahren ja auch für Costa, Carnival und Cunard. Mit Ausnahme von Cunard werden dort aber jeweils über 400 Passagiere mehr auf dem gleichen Raum untergebracht. Das kostet Platz. Alle Schiffe von HAL haben am Heck ausserdem ein grosses Aussendeck mit grossem Pool (wie es früher Tradition war). Man merkte kaum, dass die Zuiderdam sehr gut belegt war. Dieses Konzept mit dem grossen Aussendeck mit Pool im Heck und einem weiteren, im Dach abdeckbaren Pool in der Mitte des Schiffes hatten wir ja bereits auf der Costa Europa ausgiebig geschätzt. Richtig: Dieses Schiff war ja ein ehemaliges Fünfsterne-Schiff von HAL und hiess zuvor Westerdam (erstes Kreuzfahrtschiff, das bei Joseph Meyer in Papenburg gebaut wurde). Was auf allen Schiffen von HAL fehlt, sind die 10 und mehr Decks hohen, spektakulären Atriums, wie sie heute bei den meisten grossen Kreuzfahrtschiffen üblich sind. Allerdings gibt es in der Mitte auf jeder Seite je zwei zusätzliche Fahrstühle. Von dort aus hat man während der Fahrt von Deck zu Deck einen schönen Blick aufs Meer. 

Ferner ist erwähnenswert, dass wir uns während der ganzen Reise mit der Zuiderdam immer auf die Mahlzeiten freuten und nie enttäuscht wurden. Im SB-Restaurant standen mittags und abends auch frisch zubereitete asiatische Gerichte zur Verfügung. Zum Frühstück gab’s zwei Omeletten-Stationen für Eierspeisen, mit je 2 Köchen. Man musste also nie lange warten. Spiegeleier wurden im Akkord an den Büffets gebraten. Schön auch, dass viele Gerichte bereits auf Tellern hübsch angerichtet waren (zum Beispiel Lachs). Man konnte sich einen Teller nehmen und musste nicht auf einer Platte oder in einem Behälter herumwühlen. Das war natürlich sehr appetitlich. Auch die gelegentlichen Buffets am Nachmittag auf dem hinteren Aussendeck boten sehr viele bereits angerichtete Teller. Grundsätzlich ist zu sagen, dass wir noch selten auf einer Schiffsreise ausnahmslos so gut gegessen haben. Sogar die Fischgerichte waren hervorragend (nicht verkocht und zu trocken).

Wer allerdings schiffig-fröhlichen Betrieb liebt, der ist bei HAL völlig fehl am Platz. Neben dem sehr schönen Theatersaal (mässige Shows — wie gespieltes Radio — allerdings mit Live-Orchester) gibt’s noch einen etwas grösseren mittleren Raum mit Tanzunterhaltung zu Orchestermusik und eine praktisch ungenutzte Disco. Sonst sind noch mehrere kleine Bars mit Nischen zu finden (teilweise mit musikalischen Solisten). Dort kann man sich sehr intim verkriechen. Im November vor zwei Jahren waren wir bekanntlich auf der Costa Serena (Schwesterschiff der Concordia). Dort spielten jeden Abend sechs bis sieben Orchester für jedermanns Geschmack. Das war wunderschön auch nur zum Zuschauen oder Zuhören (dafür war die Verpflegung bei Costa erbärmlich). Von der Betriebsamkeit her ist dagegen die Zuiderdam ein Totenschiff. Man sah nach 22 Uhr kaum noch Menschen in den öffentlichen Räumen. Dank des warmen Wetters sassen wir hin und wieder auf dem grossen Aussendeck am Pool. Aber auch dort standen die meisten Tische leer und das Personal langweilte sich an der Bar.
Wir hatten für das Nachtessen freie Tischwahl geordert. Dieses Konzept funktioniert bei HAL aber noch längst nicht so gut wie wir es beispielsweise im letzten November auf der Adventures of the Seas von RCI erlebten. Wir mussten uns immer vor 18.45 Uhr beim Maître an dessen Reception am Eingang zum Speisesaal anmelden. Dann bekamen wir immer einen sehr schönen Vierertisch (die Tische sind mit grossen Abständen platziert, und die Kellner können hervorragend und ungestört zirkulieren). Wären wir später gekommen, dann hätten wir unter Umständen mit bis zu einstündigen Wartezeiten rechnen müssen. Das müsste HAL organisatorisch noch besser lösen. Eine feste Tischnummer für die sogenannte erste Sitzung hatte man uns zwar von Anfang an generell zugeteilt, aber dann hätten wir bereits noch früher dort erscheinen müssen (17.30 Uhr?). Eine Zuteilung für eine zweite Sitzung gab’s nicht, weil ja die nach und nach wieder frei werdenden Tische während des ganzen Abends mit den wartenden Gästen vom Maître wieder "aufgefüllt“ wurden (wer warten musste, bekam einen Pager, der mit einem Piepston bekannt gab, wann der vorgesehene Tisch frei wurde).

Im Frühsommer startete HAL eine Aktion wegen ihres 125-Jahr-Jubiläums. Pro Person bekam man je 200 Dollar Guthaben für die Ausflüge, 100 Dollar generelles Bordguthaben und einen Gutschein für ein Nachtessen im fantastischen Grillrestaurant geschenkt. Ausserdem hatten wir auch noch ein Bordguthaben. Auch diese Aktion wurde in der letzten von vier Rechnungen — trotz des günstigen Passagepreises — noch berücksichtigt.
Auf der anderen Seite muss man allerdings erwähnen, dass die Nebenkosten bei HAL relativ hoch sind. Im Grillrestaurant verlangen sie für einen einfachsten, sehr jungen Wein mit Schraubverschluss, überwiegend aus Südafrika oder Australien in Supermarkt-Qualität, mindestens 59 Dollar. Im normalen Restaurant verlangen sie dafür 29 Dollar (was gerade noch geht). Die Qualität dieser Weine passt aber nicht zum feinen Essen. Passender Qualitätswein kostet entsprechend mehr (bis 1400 Dollar). Es gab kaum einen Ausflug, der weniger als 98 Dollar kostete. Für die 4 Stunden nach Taormina (ab Messina) bezahlten wir 98 Dollar inkl. Fühung und Eintritt in der Theateranlage (Fahrzeit zweimal 40 Minuten auf der baufälligen Autobahn). Für den Transfer in Venedig vom Hafen zum Flughafen verlangten sie 79 Dollar. Der öffentliche blaue Schnellbus (Linea 5) kostet 8 Euro. Wir fuhren ja mit einem Boot von Alilaguna, das im Halbstundentakt wenige Schritte neben dem Schiff im Hafenbecken anhält (Voucher bereits im Internet für je 14 statt 15 Euro gebucht).

Die Geschmäcker sind ja verschieden. Deshalb gebe ich nie Empfehlungen für das eine oder andere Schiff ab. Es kommt ja immer auch auf die Route an, die mit dem einen oder anderen Schiff angeboten wird. Eine einmalige Schiffsroute kann gewisse Nachteile der "Hardware“ durchaus aufwiegen. Aber auch innerhalb der einzelnen Anbieter gibt’s ja gewaltige Unterschiede, wenn man zum Beispiel an RCI denkt, wo sich die Spannweite der Angebote von der Splendour of the Seas bis zur Oasis oft the Seas erstreckt. Mit einer Empfehlung für RCI generell könnte man ganz tüchtig daneben liegen, wenn jemand keine kleineren oder eben keine Riesenschiffe mag. Es passt auch nicht jede Route zu jedem Schiff. Sechs und mehr Seetage auf einem kleinen Schiff können mühsam sein. Ausserdem werden die Schiffe oft auch im Zuge von Renovationen umgestaltet oder erhalten neue (Bezahl-)Elemente, zumeist auf Kosten des beschränkter werdenden Platzangebots. Solche Änderungen können einen zuvor positiven Eindruck völlig ins Negative verschieben. Man muss einfach die Fakten jedes einzelnen Schiffes kennen, abwägen und sie nach eigenen Präferenzen beurteilen. So gesehen würden wir nicht mehr auf der Zuiderdam verreisen wollen. 

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